Ich versuche nun seit einigen Tagen zu den Vorkommnissen in Tibet eine Haltung zu entwickeln. Ich muss sagen, dass ich Gewalt ablehne / ablehnen muss / ablehnen will, jedoch kann ich ein Stück weit die Menschen verstehen, die sich nun als Mob organisieren und gegen die Großmacht China aufbegehren. Schlimm ist nur, dass grade durch dieses Aufbegehren die chinesische KP zu einem weiteren Schlag gegen die tibetische Kultur ausholt – Blutbäder inbegriffen.
Es ist wahrlich ein zweischniediges Schwert, die Zeit der Olympischen Spiele zu nutzen um – so scheint es mir – die endgültige Befreiung von China zu erzwingen. Einerseits ist die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sicher, anderseits kann es passieren, dass der cinesischen Regierung die Ermahnungen und ggf. Boykotte (gegen die Spiele) anderer Länder reichlich egal sind und die antitibetische Linie noch weiter verschärft wird. Bludbäder in Tibet werden keine ernsten Konsequenzen haben und so steht de weiteren „kulturellen Völtermord“ durch die Regierung in Peking Tür und Tor offen.
Meine anfänliche Begeisterung für die Aufstände, mit der leisen Hoffung: Tibet wird frei sein – und zwar bald, ist nun – nicht zuletzt durch den Blog von fALk – einer Angst gewichen, dass jeder gewälttätige Widerstand gegen die Chinesen eine noch größere Zerstörungswelle gegen die tibetische Kultur auslöst.
Tibet brauch den Widerstand!
Tibet braucht kulturelle Eigenständigkeit!
Tibet braucht die Autonomie!
Tibet braucht die Weltöffentlichkeit!
Aber Tibet braucht auch die Linie des Dalai Lamas!
Und vor allem braucht Tibet kein Blutbad!
Es ist klar, dass sich durch die repressive Fremdherrschaft der Chinesen eine frustriere Gesellschaftsschicht bildet, die sich vom Dalai Lama im Stich gelassen fühlt und eine Art Gaza Streifen in China heraufbeschwört…
Ich Hoffe das geht glipflich aus und die friedlichen Demonstrationen führen langfristig zu einem akzeptablen Ergebins für die Tibeter.
… meine Haltung formt sich – stay tuned …
3 Antworten bis hierher ↓
elisabethkerschbaum // Dienstag, 18 März 2008 um 9:05
ich frag mich, können wir „nur zuschauen“?
die „westliche welt“ macht kniefälle reihum vor der chinesischen wirtschaftsmacht und kaum jemand traut sich auch das thema tibet nur anzusprechen!
und die olympischen spiele? boykott? oder eine möglichkeit, zumindest leichte demokratisierungsansätze zu unterstützen? wie sich jetzt zeigt reicht es aber nicht!
lg
eli
iptakeaway // Mittwoch, 19 März 2008 um 4:33
@Eli: Je mehr China wirtschaftlich aufblüht, desto weniger wird sich die westliche Welt gegen sogenannte „innere Angelegenheiten“ einmischen. Ich denke die Spiele sind nun ein kleines Zeitfenster, in dem westliche Reporter verstärkt über das Tibetproblem – live aus China – berichten können. Vielleicht wird ja – wenn die Nachrichten quasi wieder nach China zurücklaufen – in China selbst ein Umdenken bewegt.
Noch bin ich mir nicht schlüssig, wie ich zu einem Boykott stehen soll…
elisabethkerschbaum // Freitag, 21 März 2008 um 6:40
boykott war mein erster gedanke, als ich gehört hab, dass die spiele in china stattfinden! da gibts doch auch sowas wie einen background hinter olympischen spielen… – sowas wie völkerverbindend…